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LWL-Klinik Münster – Vorreiterin in puncto Nachhaltigkeit

Die LWL-Klinik Münster hat sich schon in den 1980er-Jahren auf den Weg gemacht, die Balance aus Ökonomie, Ökologie und Sozialem nachhaltig zu gestalten. Und das hat ganz viel mit Biodiversität und gutem Essen zu tun. Ein Gespräch mit Thomas Voß, Kaufmännischer Direktor der

LWL-Klinik Münster.

Herr Voß, wann haben Sie mit den ersten Maßnahmen begonnen und welche waren das?

Schon in den 1980er-Jahren wurden erste Umweltziele zu den Themenbereichen Abfallbeseitigung, Abwasser, Materialbeschaffung, Außenanlagen, Energie und Technik sowie zur Fortbildung von Mitarbeitenden entwickelt und umgesetzt. Wir haben dann in den 1990er Jahren unsere Fassaden begrünt und uns von den penibel gepflegten Außenanlagen verabschiedet, bewusst auf Spritzmittel und Dünger verzichtet und der Natur ihren Lauf gelassen. Das Auge musste sich zunächst an den Wildwuchs gewöhnen (lacht), aber heute freuen sich Menschen, Tiere und Pflanzen darüber. Ein Professor des Instituts für Landschaftsökologie war kürzlich hier, um seinen Studierenden Pflanzen zu zeigen, die eigentlich in unsere Region gehören, aber anderorts aufgrund von Überdüngung des Bodens nicht mehr gesichtet wurden. Das ist einer unserer Beiträge zur Biodiversität, ohne die Leben nicht möglich ist.

Wann reifte der Entschluss, sich durch EMAS zertifizieren zu lassen?

Wir wollten unsere vielen einzelnen Maßnahmen bündeln und das Thema Nachhaltigkeit systematisch angehen. 1998 gab es eine Landesförderung, um Krankenhäuser in NRW auf das Öko-Audit vorzubereiten. Ein Jahr später wurde die LWL-Klinik Münster als erstes psychiatrisches Fachkrankenhaus

bundesweit nach EMAS (= Eco Management and Audit Scheme, deutsch: Gemeinschaftssystem für Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung) validiert. Das Gute an EMAS ist, dass man immer am Ball bleibt. Jährlich muss eine Umwelterklärung veröffentlicht werden, die von einem externen Gutachter akribisch geprüft wird. Wir haben mittlerweile über 100 kleine und große Umweltziele umgesetzt. Beispiele sind die Einführung von Mehrweg-Medikamentenbechern, abschaltbare Steckdosenleisten, die Installation von Solarstromanlagen oder auch der neue Anbau an unserer Akademie für Gesundheitsberufe, der nach dem Goldstandard der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen errichtet wird. Das Umweltmanagement ist auf der einen Seite Chefsache und auf der anderen Seite Gemeinschaftsarbeit. Mit Broschüren, Newsletter und Wettbewerben möchten wir unsere Mitarbeitenden informieren und motivieren, mitzumachen.

EMAS

Das Öko-Audit wurde von der EU entwickelt und ist eine Kombination aus Umweltmanagement und Umweltbetriebsprüfung für Organisationen, die ihre Umweltleistung verbessern wollen. Die LWL-Klinik Münster ist mit ihrem Umweltmanagementsystem nach EMAS III (bzw. EN ISO 14001:2009) bereits seit 1999 zertifiziert. EMAS ist das „Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Betriebsprüfung“ der europäischen Union.

Und was hat Nachhaltigkeit mit gutem Essen zu tun?

Wir kochen für unsere Gäste täglich etwa 950 Essen. 2004 haben wir eine Qualitätsoffensive gestartet und verstärkt auf Bio-Lebensmittel – aktuell rund 30 % – gesetzt. Wir wollten weg von Convenience Food und kochen heute frisch. Dabei orientieren wir uns an der Planetary Health Diet, die gleichermaßen die Gesundheit des Menschen wie die des Planeten schützt. Wir haben das Tierwohl im Blick, indem wir Fleisch von Erzeugern mit Neuland- oder Biolandstandard beziehen. Im Rahmen der Arbeitstherapie betreiben unsere Gärtner mit Unterstützung durch Patient:innen ein Gewächshaus. Hier wachsen in der Saison

Tomaten, Kräuter und Kürbisse, die wir frisch verarbeiten. Bei Kaffee und Tee kaufen wir 100 % Fair Trade und Bio. Für Bananen und Reis prüfen wir gerade, ob wir umstellen können. Es gibt auch bei uns noch viel zu tun.

LWL-Klinik Münster
Friedrich-Wilhelm-Weber-Str. 30, 48147 Münster, Tel. 0251-91555-0

www.lwl-klinik-muenster.de

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